SAISONSTART IN SPIELBERG

Zwei dritte Plätze zum Auftakt    30 Jahre Truckrace 1987 – 2007

 Führung der „Iveco-Bullen“ in der Teamwertung

Die Bullen von IVECO fühlten sich auf dem Red Bull Ring im österreichischen Spielfeld sauwohl. Die drei IVECO-Piloten, Gerd Körber, Markus Altenstrasser und Jochen Hahn, hatten zum Auftakt der Europameisterschaft wenig zu klagen. Insgesamt schaffte man 2 Siege, einen zweiten und zwei dritte Plätze. Dazu kam die aktuelle Führung der „Bullen von Iveco Magirus“ in der Teamwertung.

Samstag:

Das freie Training musste von Freitag auf Samstag verlegt werden, da es am Vortag heftig schauerte. Die Streckenbedingungen waren nicht optimal und die meisten legten ihre Karten noch nicht offen. Im entscheidenden Zeittraining gab es kein Bluffen mehr. Die ersten Zehn lagen nur wenige Zehntel auseinander, Jochen Hahn setzte sich am Ende knapp vor Steffi Halm durch. Gerd Körber wurde 6., ihm fehlten gerade einmal 4/10 Sekunden auf die Pole. „Ich finde einfach keine optimale Abstimmung für das Zeittraining. Jochen kann im Zeittraining und in der Super-Pole immer noch eine Schippe drauflegen. Hier macht sich der Testrückstand aus Most bemerkbar.“

Den besten Start hatte Jochen Hahn und bescherte damit IVECO den ersten Sieg. Hinter Steffi Halm klaffte schon bald eine Lücke. Gerd Körber hatte kein so ruhiges Rennen. In der ersten Kurve versuchte Ryan Smith sich zwischen ihn und Sascha Lenz zu quetschen. Verlierer dieser Aktion war Rückkehrer Antonio Albacete, er rutschte von der Strecke. Körber sah dadurch seine Chance und schob sich hinter Lenz auf Platz 4. Zur Mitte des Rennens übernahm Körber den dritten Platz und versuchte die Lücke zur Spitze zu schließen. Eigentlich war zu diesem Zeitpunkt das Rennen scheinbar gelaufen. Plötzlich tauchte der Buggyra von Adam Lacko formatfüllend im Rückspiegel von Körber auf. Im Ziel behielt der IVECO-Pilot mit 2/10 Sekunden die Nase vorn. Somit wurde auf dem Podium schwäbisch und badisch „geschwätzt“. Sieger wurde Jochen Hahn (Altensteig) vor Steffi Halm (Ammerbuch) und Gerd Körber (Helmlingen).

Markus Altenstrasser, Teamkollege von Gerd Körber, wurde im ersten Rennen achter und startete im zweiten Lauf von der Pole, Körber wieder von Platz 6. Am Start kaufte der Portugiese José Rodrigues Altenstrasser den Schneid ab und übernahm die Führung. Körber verbesserte sich auf Platz 4. Rundenlang hing er hinter Lenz fest. Altenstrasser und Lenz fielen im Verlauf des Rennens zurück, Rodrigues war dem Feld enteilt und fuhr seinem ersten Sieg im Truck-Race entgegen. Dahinter waren bis zum Fallen der Zielflagge die Positionen offen. Norbert Kiss, Gerd Körber, Adam Lacko, Jochen Hahn und Steffi Halm fuhren Stoßstange an Stoßstange; jeder wollte mit auf das Podium. Kiss rettete am Ende Platz 2 vor einem heranstürmenden Körber, der zum zweiten Mal innerhalb von zwei Stunden Dritter wurde.

„Die beiden dritten Plätze sind nachträgliche Geburtstagsgeschenke an meinen Teamchef Georg „Schorsch“ Glöckler.“

Sonntag:

Im Zeittraining für den ersten Start am Sonntag lagen die Fahrer wieder eng beieinander. Zwischen Platz 1 bis 9 lagen gerade einmal 7/10 Sekunden. Gerd Körber fuhr wiederum auf den sechsten Platz, den er hier auf dem Red Bull Ring scheinbar gepachtet hatte. Es schien der dritte Start im dritten Rennen an dieser Position zu sein. Kurz darauf bekam Polesetter Adam Lacko wegen Overspeed alle Zeiten getrichen und fiel auf den 10. Platz zurück. Dadurch rückten die restlichen Fahrer auf, Körber durfte von Platz fünf ins Rennen gehen.

Der Start verlief gut. In der ersten Kurve flogen dann aber die Fetzen. Im Mittelfeld wurde geschoben und gedrängelt. José Rodrigues, Gerd Körber und Norbert Kiss waren schon nebeneinander, da wollte sich Adam Lacko noch dazwischen drücken. Leidtragende dieser „Viererkonferenz“ waren Körber und Kiss. Sie befanden sich plötzlich im Kiesbett. Beide mussten das Rennen vom Ende des Feldes aufnehmen. Jetzt hieß es Schadensbegrenzung zu begehen und noch einige EM-Punkte zu sammeln, das Gros des Feldes war zu weit weg. Zudem wurde Körber’s Aufholjagd durch einen Plattfuß hinten eingebremst. Als er wieder in Punktenähe war, wurde das Rennen mit der roten Flagge abgebrochen. Zwei Konkurrenten hatten sich von der Strecke geschoben.

Das Rennen wurde nach dem Rennergebnis einer Runde zuvor als Zieleinlauf gewertet. Damit blieb für Körber der bittere 11. Platz und somit null Punkte. Für das Team Schwabentruck waren aber die Hiobsbotschaften noch nicht zu Ende: Markus Altenstrasser war mit einem Hinterachsschaden schon früh ausgefallen. Es stellte sich heraus, dass der Schaden irreparabel war und damit das vorzeitige Ende für Altenstrasser bei seinem Heim-Grand-Prix bedeutete. Gerd Körber war nach der Aktion am Start angefressen: „Nach der Videoanalyse konnten wir sehen, dass mir Lacko auf das Hinterrad gefahren ist. Fast hätte ich den Truck abgefangen, aber dann gab es einen Schlag von Kiss und wir flogen ab. Mit dem Plattfuß konnte ich nur noch versuchen, den einen oder anderen Punkt zu sammeln“. Das Nullergebnis war auch für die Teamwertung schlecht, da nur Jochen Hahn zu Punkten kam.

Im abschließenden Lauf hieß die Devise: „Alles oder nichts“. Durch die heftigen Schäden aus dem vorigen Rennen war das Starterfeld stark geschrumpft. Gerd Körber sah es mit einem Augenzwinkern: „Ich muss von Platz 11 starten, da sollte es mit der Punkteausbeute besser laufen“. Nach dem Start ging es anfangs schnell vorwärts. Aus der ersten Runde kam er bereits als 8. Kurz darauf fiel Steffi Halm aus, José Rodrigues und André Kursim kamen sich gegenseitig in die Quere und so war der weiß-orange IVECO am Heck von Antonio Albacete. An dem starken Spanier biss sich Körber die Zähne aus. Beide umrundeten die Strecke bis ins Ziel mit identischen Rundenzeiten. Körber konnte nur auf einen Fehler hoffen, doch die macht Albacete so gut wie nie.

©Text: Michael Friedel, Meisenweg 10, 35745 Herborn

 

Gerd Körber; versöhnlicher Abschluss in Le Mans

Nach der Auszeit in Jarama hatte Gerd Körber den siebten Platz in der Europameisterschaft an Landsmann Sascha Lenz verloren. Beide trennten 17 Punkte; Gerd Körber setzte sich das Ziel, den 7. Platz wieder zurückzuerobern. Ohne die weiteren Eskapaden von Anthony Janiec hätte es klappen können. Der Franzose verwandelte einmal mehr die Rennstrecke in einen Schrottplatz. Eigentlich war Janiec nach einigen Vorfällen gesperrt, durfte aber an seinem Heim-Grand-Prix nach Zahlung einer Kaution unter Beobachtung der Stewards teilnehmen. Ein Fehler, wie sich zeigen sollte.

Samstag

 

Im freien Training wie auch im Zeittraining war man zufrieden. Von den Zeiten konnte man sich locker für die Super Pole qualifizieren. Hier kämpften die Fahrer teilweise im tausendstel Sekunden-Bereich. Für die „Schwaben“ reichte es für Startplatz 7.

Am Start zum ersten Rennen blieb Körber hinter Steffi Halm hängen und konnte keinen Platz gutmachen. Die schnelle Schwäbin machte geschickt die „Türe“ zu. Anthony Janiec fiel zurück und startete eine Aufholjagd eigener Art. Gerd Körber kämpfte mit Steffi Halm und Rene Reinert um Platz 4. Statt eines Angriffs auf Halm gab es einen heftigen Schlag am IVECO, der kreiselnd von der Strecke rutschte. Ellen Lohr kam gerade so vorbei. Was war geschehen? Anthony Janiec, wer sonst, hatte jegliche Hemmungen verloren und knallte ungebremst in den IVECO. Körber hatte keine Chance den Crash zu verhindern.

Während Sünder Janiec weiterfahren konnte und am Ende sogar sechster wurde, war für Körber das Rennen beendet. Entsprechend sauer reagierte er: „Das hat mit Rennsport nichts zu tun. Der Spinner macht das schon das ganze Jahr. Ich hatte dieses Jahr schon mehrmals das Vergnügen. Zum x-ten Mal hat er mir und dem Team das Rennen kaputtgemacht. Und was machen die Stewards? Nichts, die lassen ihn gewähren. Auf was warten die eigentlich? Bis was Schlimmeres passiert?“ Im Teamzelt musste man schnell sein, um alle Schäden zu beseitigen. Der kapitale Schaden an der Hinterachse sollte das ganze Wochenende hinweg nicht mehr komplett zu beheben sein.

Das zweite Rennen wurde kurios. Janiec, ja genau der!, entsorgte kurz nach dem Start Sascha Lenz und Ellen Lohr. Es folgte ein Rennabbruch. Beim Re-Start stand der Franzose in der ersten Startreihe Am Start gab es einen weiteren heftigen Crash, diesmal verursacht durch Adam Lacko. Er konnte nicht mehr schalten, die Hinterleute bekamen es zu spät mit und krachten in den Freightliner des Tschechen. Beim Re-Re-Start verblieben von 16 Race-Trucks noch acht übrig! Den besten Start hatte Steffi Halm, an ihrem Heck machte sich Janiec zu schaffen und eroberte die Führung, die er bis ins Ziel nicht mehr abgab. Jetzt griffen doch die Stewards durch und disqualifizierten Janiec. Der Sieg ging an Steffi Halm. Gerd Körber war drei Runden vor Schluss in die Boxengasse abgebogen, wurde aber noch als siebter gewertet. „Die Schäden an der Hinterachse waren zu groß. Ich konnte keinen Angriff setzen und war schon froh, dass ich unbeschadet das Trümmerfeld überstanden habe. Ein Weiterfahren machte einfach keinen Sinn. Endlich, endlich hat man was gegen den Verrückten unternommen. Erst schrottet er meinen IVECO und jetzt die beiden MAN von Sascha und Ellen. Das ist purer Wahnsinn.“

Sonntag:

Pünktlich zum Warm-Up setzte leichter Regen ein. Gerd Körber und sein Dienstwagen waren glänzend aufgelegt. Im Zeittraining qualifizierte man sich als Zweitschnellster für die Super Pole. Hier wechselte die Führung beständig hin und her. Am Ende reichte es für Startplatz 6, an der zweiten Startreihe hatte man die Hand dran.

Am Start konnte er keinen Platz gutmachen, dafür verabschiedeten sich Norbert Kiss und Sascha Lenz nach wenigen Runden mit technischen Defekten. Jochen Hahn, der neue vorzeitige Europameister, war an der Spitze enteilt. Dahinter gab es einen Dreikampf zwischen Adam Lacko, Rene Reinert und Gerd Körber um die verbleibenden Podiumsplätze. Im Ziel fehlten Körber 4/10 Sekunden auf Platz 3. „Der IVECO ist sehr gut zu fahren. Im Zeittraining konnten wir ganz vorne mitmischen und auch jetzt im Rennen konnte ich mithalten. Leider bin ich am Ende nicht mehr in eine erfolgversprechende Angriffsposition gegen Reinert gekommen.“ Das letzte Rennen der Saison war hochspannend. In der ersten Startreihe sah man mit Steffi Halm und Ellen Lohr eine reine Damenrunde. Beide machten den Sieg unter sich aus. Gerd Körber war hinter Jochen Hahn. Es schien, als hinge der IVECO mit einer Abschleppstange am MAN des neuen Europameisters. Fuhr Hahn eine schnelle Runde, konterte Körber mit einer schnellsten Runde. Beide kämpften um die schnellste Runde des Rennens. Diesmal behielt Körber mit 2:08,492 min die schnellste Runde in Le Mans. Trotz aller Bemühungen fand er keinen Weg an Hahn vorbei und wurde 6. Die Zweite Ellen Lohr und Gerd Körber trennten im Ziel gerade einmal 2,4 Sekunden.

In der Europameisterschaftswertung reichte es am Ende doch nicht mit Platz 7. Gegenüber Sascha Lenz fehlten mit 128 zu 123 Punkten gerade einmal 5 Punkte. Gerd Körber fand trotzdem einen positiven Abschluss. „Wir haben über das Jahr einen großen Sprung nach vorn gemacht. Jetzt konnten wir sogar um die Pole Position fahren. Sascha fuhr alle Rennen in diesem Jahr, wir waren in Nogaro und Jarama nicht am Start. Daher empfinde ich die fünf Punkte Rückstand als sehr gut. Ein ganz großer Dank geht an Schorsch und seine Jungs, die in diesem Jahr viel schrauben mussten, an IVECO und all die Sponsoren, die am Gelingen des Ganzen mitgewirkt haben.

Ich sehe uns alle als eine große verschworene Familie und so sollten wir 2017 zusammen wieder an den Start gehen. Jochen Hahn gratuliere ich von ganzem Herzen zur Europameisterschaft. Jetzt ist der Titel wieder im Schwäbischen. Wenn schon kein Badener um den Titel fahren kann, dann gönne ich es dem Schwaben Jochen, der ja in Altensteig wohnt und das liegt im Schwarzwald. Das verbindet uns Badener und Württemberger.“

Für Gerd Körber, 8. der FIA European Truck Racing Championship, geht es in den wohlverdienten Urlaub, danach gilt wieder „Nach der Saison ist vor der Saison“. 

Auf Wiedersehn 2017 … Danke an alle

                                                                     ©Text: Michael Friedel, Meisenweg 10, 35745 Herborn

 

Crash Test Dummy Körber

 

Truck-Rennen sind für heiße Duelle bekannt und ziehen die Fans in Scharen zu den europäischen Rennstrecken. Doch was mittlerweile auf den Strecken passiert, gehört in die Rubrik Hauen und Stechen und hat teilweise nichts mehr mit Motorsport zu tun. Gerd Körber gehörte nicht nie zu den zimperlichen Fahrern, doch was sich jetzt das zweite Wochenende auf der Strecke abspielte, rang ihm nur noch ein Kopfschütteln ab. Trotz der gehäuften Unsportlichkeiten scheinen sich die FIA und die Stewards blind und taub zu stellen. Dies gilt nebenbei bemerkt nicht nur für das Truck-Race. Dazu später mehr.

Samstag:

Das Zeittraining verlief für die „Schwaben“ in gewohnter Weise. Man erreichte locker die Super-Pole und musste mit Platz 7 vorlieb nehmen. Körber haderte mit seinem Platz: „Eigentlich sind wir vorne mit dabei. Auf Platz 3 fehlten gerade mal 3/10 Sekunden. Aber irgendwie soll es nicht sein, ich stehe wieder in der gewohnten 4. Startreihe.“ Der Start zum ersten Rennen war sehr gut. Der IVECO tauchte schnell auf der 4. Position auf. In der Haarnadelkurve hatte Anthony Janiec wieder einmal den Bremspunkt ins Nirgend- wo verlegt und krachte Körber ins Heck. Dabei drehte er den IVECO komplett um. Obwohl der Truck an einer neuralgischen Stelle stand, sah die Rennleitung keinen Grund abzubrechen. Dabei konnte Körber nicht mehr losfahren: „Durch den Aufprall hatte sich der Hauptschalter der Elektrik gelöst. Ich dachte, das Rennen wird abgebrochen, aber man zeigte an der Unfallstelle nur die gelbe Flagge. Ich musste, während das Rennen lief, aus dem Truck klettern und den Hauptschalter wieder umlegen. Während- dessen kam das ganze Fahrerfeld wieder auf die Kurve zu. Sowas ist völlig unverantwortlich.“ Durch diese Wahnsinnsaktion konnte Körber den Truck wieder bewegen und fuhr mit einer Runde Rückstand hinterher. Kurz vor Ende des Rennens konnte er sich bei Ellen Lohr und Sascha Lenz entrunden. Es blieb der 15. Platz, mit der drittschnellsten Runde zeigte er auf, dass mehr drin gewesen wäre.

Vom letzten Platz aus nahm Körber das zweite Rennen auf. Schnell war er neben André Kursim auf Platz 11. In der berüchtigten Haarnadelkurve kamen beide im wahrsten Sinne des Wortes Rad an Rad aneinander. Kurz darauf war das Rennen für Körber beendet. Lange gab es im Team Rätselraten wegen des Ausfalls. Nach dem Rennen gab es dann die Auflösung vom Fahrer: „Kursim ist mir auf das linke Vorderrad gefahren. Zuerst dachte ich, dass es nicht weiter schlimm sei, doch beim Einlenken in die zweite Kurve ging’s nur noch geradeaus. Die linke Federung war gebrochen.“ Für das gesamte Team war dies ein Samstag zum Vergessen. Es konnte am darauffolgenden Sonntag nur besser werden. 

Sonntag:

Bereits im Warm-Up ließen die Zeiten aufhorchen und im Zeittraining konnte man die Performance mit Startplatz 5 umsetzen. Daneben setzte ein leichter Nieselregen ein. Das spielte dem Schwabentruck Team in die Karten. Ein Platz auf dem Podium war nicht mehr unerreichbar. Rechtzeitig zum Start setzte der leichte Regen wieder ein, für eine nasse Strecke war es zu wenig. Für die „Schwaben“ und Gerd Körber sollte es ein hochspannendes Rennen werden. Von Anfang an gab es einen Mehrkampf zwischen Steffi Halm, Rene Reinert und „Freund“ Anthony Janiec Stoßstange an Stoßstange. Halm machte einen ihrer seltenen Fahrfehler, das nutzte Körber aus und schob sich auf den dritten Rang. Im weiteren Verlauf des Rennens musste Janiec mit Lenkungsproblemen aufgeben. Das Podium war zum Greifen nah, da fasste sich Rene Reinert ein Herz und schob seinen blauen MAN am IVECO vorbei. Im Ziel fehlten Körber letztlich 8/10 Sekunden zum Sprung auf das Podest. Trotz dem bitteren vierten Platz war Körber zufrieden. „Sicher ist es bescheiden, wenn man so kurz vor Schluss noch auf den vierten Platz verdrängt wird. Aber jetzt konnten wir bestätigen, dass unser Truck konkurrenzfähig ist. Immerhin gelang mir die zweitschnellste Runde des Rennens. Das zeigt, wir können mithalten. Jetzt benötigen wir nur noch das Quäntchen Glück.“ 

Zum abschließenden Rennen war das Glück aber vorzeitig abgereist. Bei einigen Fahrern hatte man auch den Eindruck, sie wurden zusätzlich von den Sinnen verlassen. Von den 11 Fahrern, die ins Ziel kamen, hatte keiner mehr einen unbeschädigten Truck. 

Am Start ging es noch gesittet zu. Die üblichen Rangeleien vor der ersten Kurve akzeptieren die Fahrer. Dann erhielt Körber einen heftigen Schlag bis ins Cockpit. Adam Lacko war auf das Heck des IVECO geknallt Die Radabdeckung ging ab und der Heckschutz streifte am Rad. Der Truck lag sehr gut auf der Strecke und Körber blies zu Attacke auf Norbert Kiss. Kurz darauf rauschte Kiss in den IVECO und schlitzte den Hinterreifen auf. Zusätzlich leistete der verbogene Heckschutz ganze Arbeit und hatte den zweiten Reifen durchgeschliffen. Damit war auch dieses Rennen vorzeitig beendet. Sieger des Rennens wurde Jochen Hahn vor Adam Lacko, deren Trucks ebenfalls starke Beschädigungen aufwiesen. Nach dem Rennen gab es heftige Diskussionen in der Rennleitung und bei den Stewards. Insgesamt 8 Fahrer mussten vorsprechen, fast das gesamte Feld fuhr „Under Investigation“. Bereits bei den letzten Rennen ließen einige Fahrer jegliche Hemmungen fallen und fuhren alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellte. Die Trucks sahen oft aus, wie gerade vom Schrottplatz geholt. Strafen seitens der Rennleitung? Fehlanzeige. 

Dafür hagelte es drakonische Strafen, wenn man am Start 2, 3, 4 km/h zu schnell war! Gerd Körber, live mit dabei, war nach der Sitzung stinksauer: „Da fahren mir die Kollegen das ganze Wochenende in den Truck und wer muss mit bei der Rennleitung antanzen? Ich! Das war ja wohl der gespielte Witz. Gerade wir, die wir das ganze Wochenende die Leidtragenden waren. Ich weiß nicht, was und ob die Stewards auf ihren Bildschirmen sehen. Wir alle wurden verwarnt. Sollte einer von uns eine Aktion in Zolder haben, wird dieser für ein Rennen gesperrt. Da lass ich mich mal überraschen.“

Die Punkteausbeute war in Most leider bescheiden. Insgesamt 10 Punkte konnte man auf der Habenseite gutschreiben. Mit insgesamt 85 Punkten liegt Gerd Körber auf dem 7. Platz.

Bereits am 16. – 18.09.2016 geht es im belgischen Zolder weiter. Trotz aller Widrigkeiten freut er sich auf die Rennen: „Erstens ist es eine meiner Lieblingsstrecken und zweitens ist unser IVECO absolut konkurrenzfähig. Ein Podiumsplatz ist greifbar.“ 

                                                       ©Text: Michael Friedel, Meisenweg 10, 35745 Herborn

Nürburgring - Gerd Körber knapp am Podium vorbei

 

Wenn 123.000 Menschen zum Nürburgring pilgern, dann muss dort großartiger Motorsport geboten werden. Und so viele Zuschauer sollten sich nicht täuschen. Zum 29. Mal fuhr Gerd Körber auf „seinem“ Ring und ist damit der Truck-Racer mit den meisten Starts in der Eifel. Das wollte sich auch die IVECO-Chefetage nicht entgehen lassen. Gianalberto Lupi (Vertriebs- und Marketingvorstand IVECO Magirus AG), Sascha Kaehne (Business Director IVECO Magirus AG) und Jean Patrick Yekpe (Marketing Director IVECO EMEA) wollten Gerd Körber und das Team Schwabentruck live „schaffen“, leiden und jubeln erleben. Den Vorständen wurde an diesem Wochenende alles geboten.

In den freien Trainings war Gerd Körber noch unzufrieden. Im Zeittraining wurde seine Laune auch nicht besser. Er hatte sich zwar für die Super Pole der besten Zehn qualifiziert, blieb aber auch in diesem Umlauf auf dem 9. Platz. Für Pessimismus blieb kein Raum: „Wir werden noch ein paar Veränderungen zu den Rennen am Samstag vornehmen. Da gibt es noch ein paar Ideen. Dazu kommt, dass über dem Wochenende das Damoklesschwert des Regens hängt. Und das könnte uns in die Karten spielen.“ 

Samstag:

In der Nacht hatte es geregnet. Im Warm-Up erreichte Körber die fünftbeste Zeit und war zufrieden: „Der Common Rail-Motor hat mich heute Morgen überzeugt. So sollte es im Rennen nach vorne gehen.“   Körber hatte im ersten Rennen einen guten Start und schob sich an zwei Gegnern vorbei auf Platz 7. Er konnte die Zeiten der Spitze fahren und brachte sich in Angriffsposition auf den Franzosen Anthony Janiec. Körber biss sich am Heck des gelben MAN fest, fand aber keinen Weg vorbei. Am Ende und nach zahlreichen Versuchen in der Veedol-Schikane fehlten 6/10 Sekunden auf den sechsten Platz. Im Hinblick auf das zweite Rennen und der umgekehrten vier Startreihen war man im folgenden Rennen in der besten Ausgangslage und stand in Reihe 1. Gerd Körber wäre trotz des Vorteils der ersten Startreihe gerne Sechster geworden: „Ich bin soweit zufrieden. Eingangs Start-Ziel fehlte es an Traktion, daher fehlten mir auf der Geraden die entscheidenden Meter für einen erfolgreichen Angriff. Platz 6 wäre mir wegen der EM-Punkte lieb gewesen. Mit Platz 7 und der ersten Startreihe nachher kann ich auch gut leben.“

Das zweite Rennen sah mit Sascha Lenz und Gerd Körber eine rein deutsche erste Startreihe. Mit 70 km/h bog man auf die Start-Ziel Gerade ein. Als die Ampel auf Grün sprang, wurden 6.000 Nm im IVECO Motor aktiviert. Am Ende der Geraden behielt Lenz die Nase vorn, Körber machte aber energisch Druck. Kurz darauf gab es ein größeres Tohuwabohu hinter den beiden.

Adam Lacko vergaß zu bremsen und räumte das halbe Feld weg. Körber bekam davon nichts mit, er übernahm vor der Kurzanbindung die Führung. Kurz danach wurde die rote Flagge gezeigt und das Rennen abgebrochen. Körber war entsprechend überrascht, ebenso über den Einschlag von Lenz, der sich am Abend aber entschuldigte: „Von dem Crash habe ich nichts mitbekommen. Dann sah ich gelbe Flaggen und plötzlich gab es einen heftigen Schlag auf den Truck. Sascha ist mir voll hinten rein geknallt, er hat wohl die Flaggen übersehen. Den Abbruch kann ich nicht nachvollziehen, es scheint aber, dass zu viel Prominenz betroffen war.“ Zum Restart waren übrigens wieder alle Race-Trucks am Start. Diesmal klappte der Start nicht so gut. Körber wurde an der Boxenmauer eingeklemmt und beendete als 4. die erste Runde. Im Verlauf des Rennens fiel der IVECO-Truck zusehends zurück. Eine Runde vor Schluss war er siebter und damit waren beide Schwaben-Trucks hintereinander. Körber sah schon die Zielflagge, da wurde er immer langsamer und musste sich am Zielstrich mit Platz 12 begnügen: „Ich hatte schon die ganze Zeit Probleme mit der Motorleistung. Ich bin Vollgas gefahren und die anderen fuhren an mir vorbei. Kurz vor dem Ziel hatte ich dann gar keine Leistung mehr und bin ausgerollt. Es ist ein Jammer, ausgerechnet hier passiert das. Jetzt müssen wir auf den Sonntag hoffen.“ Siegerin wurde zum zweiten Mal in ihrer Truck-Race Laufbahn Steffi Halm, zweiter wurde Jochen Hahn. Auf dem Podium wurde schwäbisch „g‘schwätzt“.

Sonntag

Das Zeittraining sorgte im Team für fröhliche Gesichter. Nach einer Nachtschicht war der IVECO wieder konkurrenzfähig. Nach Platz 6 folgte Platz 5 in der Super Pole. Gerd Körber war entsprechend zufrieden. „Alles gut. Wir müssen realistisch sein. Platz 5 ist das, wo ich uns sehe. Buggyra und MAN haben einfach das größere Potential. Aber wir konnten doch einige der MAN hinter uns lassen.“  Pünktlich zum ersten Rennen fing es an heftig zu regnen. Körber sah seine Chance gekommen. Nach zwei Runden hinter dem Pace-Truck und einer Runde unter Gelb ging es los. Von Anfang an war Körber bei den Leuten. Hahn, Lacko, Halm, Körber und Reinert rangelten um die Führung. Im Verlauf des Rennens fielen Halm und Reinert zurück und Körber musste vor der Querspange seinen dritten Platz an Norbert Kiss abgeben. Mit dem Ende des Rennens kam auch die Sonne zurück: „Das Rennen war gut für mich. Im Nassen bin sehr gut zurechtgekommen. Kiss musste ich ziehen lassen. Mit abtrocknender Strecke kamen Reinert und Halm nochmals auf, ich konnte aber die Distanz zu den beiden kontrollieren. Für das Regenrennen hatten wir ein optimales Setup. Schorsch und seine Jungs haben tolle Arbeit geleistet. So würde ich mir den IVECO für jedes Rennen wünschen.

Beim letzten Rennen stellte man sich die Frage, nach welcher Strategie manche Fahrer unterwegs waren. Einige fuhren nach dem Motto „Was ich nicht essen kann, mache ich kaputt“ oder „Alles Plastik muss weg, alles unnötiger Schnickschack. Kaum ein Truck blieb verschont. Auch die Rennleitung schien das Regelwerk zu Hause liegen gelassen zu haben. Rempeln, Rausschieben und Strecke Abkürzen, es war alles erlaubt. Körber ließ sich nicht beirren und fuhr ein sauberes Rennen. Allerdings musste auch er Federn bzw. Teile lassen. Bereits am Start gingen die hinteren Radabdeckungen verloren, besonders, als ihm Ryan Smith in den Truck fuhr: „Keine Ahnung, wo der hin wollte. Vielleicht hätte ich die Beifahrertüre aufmachen sollen, dann hätte er durchs Führerhaus fahren können.“ Am Ende wurde der IVECO als Sechster abgewinkt.

Für das Wochenend-Resümee ging bei Gerd Körber der Daumen hoch: „Der Samstag war zäh, das muss man so sehen. Da haben wir einige Punkte liegen lassen. Mit den Rennen am Sonntag bin ich hoch zufrieden. Da haben die Jungs einen tollen Job gemacht. Im Regen und bei Sonnenschein haben wir das Optimale herausgeholt. Gerade am Sonntag konnten wir unseren Sponsoren zeigen, dass wir im Großen und Ganzen konkurrenzfähig sind. Einige unsere Sponsoren, vor allem von FEBI, kamen aus der ganzen Welt zum Nürburgring, und ich bin froh, dass wir ihnen eine tolle Show zeigen konnten. Auch die vielen Fans und Zuschauer am Ring haben nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Ich denke, die Chefetagen von IVECO und FEBI sind mit dem guten Gefühl nach Hause gefahren, das richtige Team zu unterstützen.“

Gerd Körber holte sich insgesamt 19 Punkte und liegt nun mit 63 Punkten auf dem 7. EM-Platz. Die Teams haben nun genug Zeit, die Race-Trucks wieder in den optimalen Zustand zu bringen und weiter zu entwickeln.

Die Truck-Europameisterschaft geht in ihre Sommerpause. Das nächste Rennen findet vom 26. – 28. August auf dem Hungaroring bei Budapest / Ungarn statt.

Nebenbei bemerkt: Nicht nur an den Race Trucks wurde hart gearbeitet. Auch im Hintergrund wurde „g’schafft“. So zauberten Alex, Janosch, Lisbeth und die Mädels von Freitag bis Montag ca. 2.000 Essen für das Team und die zahlreichen Gäste aus der Küche!! Chapeau

                                                                                            ©Text: Michael Friedel, 35745 Herborn

 

Hervorragendes Teamergebnis beim Saisonauftakt

 

Podiumsplatz für Gerd Körber & Markus Altenstrasser

Besser hätte es für das Team Schwabentruck kaum laufen können. Beide Fahrer kamen beim Saison- auftakt bei vier Rennen dreimal auf das Podium. Gerd Körber durfte einmal den Pokal entgegennehmen, Markus Altenstrasser bei seinem Heim-Grand-Prix konnte gleich zweimal den Weg zum Siegerpodest antreten. Während des gesamten Wochenendes erlebten beide Fahrer aber auch ein Auf und Ab der Gefühle. Markus Altenstrasser hatte am Samstag seinen Glückstag, Gerd Körber am Sonntag.

Samstag:

Im Zeittraining zeigte sich bereits, dass der 2015er IVECO keinesfalls schlechter als der aktuelle war. Altenstrasser stellte seinen IVECO auf Startplatz 3, während Gerd Körber auf Platz 9 festhing. Im ersten Rennen verlor Altenstrasser einen Platz, während Körber das Feld aus der fünften Startreihe aufmischte. Sein Vorwärtsdrang wurde durch einen heftigen Zweikampf mit Thomas Robineau gestoppt, der Angriff auf den Fünften, Sascha Lenz, kam zu spät. Im Ziel wurden die beiden „Schwaben“ als Vierter und Sechster abgewinkt. Nach der Siegerehrung wurde Ryan Smith wegen unsportlicher Fahrweise gegen Altenstrasser mit einer 30.-Sekunden-Strafe belegt. Der Brite musste daraufhin seinen Pokal dem Öster- reicher überlassen. Nicht nur Altenstrasser verbesserte sich durch die Strafe von Smith, alle Fahrer bis Platz 11 rückten einen Platz vor, Körber war damit Fünfter.

Im zweiten Rennen startete Körber von Platz 4. Mit dem Erlöschen der roten Startampel stürmte er außen an seine Vorderleute heran. Vor der ersten Kurve war man zu dritt an der Spitze. Innen war Norbert Kiss, in der Mitte Thomas Robineau und außen Gerd Körber. Kiss erhielt einen Schubs von Adam Lacko und der Race-Truck schob mit den Vorderrädern geradeaus. Da war aber bereits der IVECO von Körber, Robineau hing eingeklemmt dazwischen. Körber wusste in diesem Moment: „Das geht nicht gut.“ Gedritteltes Leid ist geteiltes Leid, so ging es für die Drei von der Strecke. Der IVECO musste neben einem Rammstoß auch den Verlust mehrerer Teile verkraften. Körber machte aus dem Hinterfeld Attacke und fuhr bis auf Platz 7, als er eine Durchfahrtstrafe wegen Verlassens der Strecke bekam. Damit endete das Rennen auf Platz 9. Altenstrasser holte sich wieder Platz 3 und durfte diesmal mit auf dem Podest vor seinen Landsleuten feiern. Gerd Körber war trotz des Desasters im zweiten Rennen nicht unzu- frieden: „Ich wusste, dass der Truck von Markus noch einen Tick besser ist. Bei meinem neuen Motor benötigen wir noch etwas Zeit, bis wir die volle Leistung abrufen können. Wir werden für morgen noch einige Änderungen am Fahrwerk vornehmen.“ 

 

Sonntag:

Es war ein völlig anderes Bild wie am Vortag. Es schüttete wie aus Eimern. Nur einer freute sich wie ein Lottogewinner; Gerd Körber: „Das ist mein Wetter – jetzt geht’s vorwärts.“

Sprach’s und fuhr im Zeittraining auf Platz 3. Altenstrasser konnte die Freude nicht teilen und startete von Platz 12.

Das Rennen wurde wegen des schlechten Wetters hinter dem Pace-Truck gestartet. Zwischen Jochen Hahn und Gerd Körber entwickelte sich ein heftiger „baden-württembergischer“ Zweikampf. Die Power von sechs Europameistertiteln (jeder drei) begeisterte die Zuschauer im Kampf um Platz 2 und 3. Von hinten lauerte zur Mitte des Rennens die Gefahr des gelben MAN von Anthony Janiec. Der Franzose rückte wie auf Schienen auf die beiden auf. Weder Körber noch Hahn konnten Janiec stoppen. So blieb am Ende des Rennens für Körber der bittere vierte Platz.

Auch das zweite Rennen startete hinter dem Pace-Truck. An der Spitze entbrannte, trotz des starken Regens, ein heißer Vierkampf zwischen Ryan Smith, Jiri Forman, Norbert Kiss und Gerd Körber. Die Positionen wechselten hin und her. Körber lag auf Platz 3 und machte Druck auf Smith, als das Rennen aufgrund des heftigen Wetters vorzeitig abgebrochen wurde. Mit Platz 3 war Körber sehr zufrieden, hatte aber eine kleine Träne im Auge: „Ryan Smith hätte ich noch packen können. Ich war insgesamt schneller als er. Er fuhr auf der Ideallinie, daneben herrschte wahnsinniges Aquaplaning. Ich hab’s vier-, fünfmal versucht, dabei hätte ich fast den Truck verloren. Neben der Ideallinie war es unfahrbar. Daher freue ich mich riesig über Platz 3.“

Besser hätte das Wochenende für das Team Schwabenruck nicht laufen können. Gerd Körber liegt mit 28 Punkten auf Platz 4 der EM-Wertung. Markus Altenstrasser belegt derzeit Platz 5.

Das nächste Rennen für Gerd Körber findet am 28.29.05.2016 in Misano statt. Für IVECO ist es das Heimspiel. Körber hofft dann auf ein neues Motoren-Upgrade und ein fulminantes Geburtstaggeschenk in Form von Podiumsplätzen und EM-Punkten. 

                                                                                               ©Text: Michael Friedel, Herborn

Vorbericht zum 1. Rennen der Saison in Spielberg

 

Gerd Körber Gut gerüstet zum Saisonauftakt

Testfahrten liefen zufriedenstellend

Neuer Race-Truck, neuer Overall und neuer Helm; so startete Gerd Körber mit dem Schwabentruck zu den ersten Testfahrten ins tschechische Most. Die Schwaben reisten mit dem 2015er und 2016er IVECO an, sodass Gerd Körber und Markus Altenstrasser ausgiebig testen konnten. Auch die anderen Teams nutzten mit ihren neuen Trucks den ersten offiziellen Roll-Out.

Beide IVECO-Trucks liefen ohne technische Probleme an beiden Tagen. Gerd Körber lobte die akri- bische Arbeit über den Winter. „Ich bin wirklich stolz auf die Jungs um Georg Glöckler. Wenn man be- denkt, dass die Mechaniker das nach Feierabend bewerkstelligt haben, alle Achtung. Wir konnten an beiden Testtagen jede Menge Ergebnisse sammeln.“

Gerd Körber testete ausgiebig den neuen 2016er IVECO. Dabei konnte er jede Menge Runden abspulen. Am zweiten Testtag konnte man nochmals zulegen. „Am Anfang zeigte der neuentwickelte Common- Rail-Motor noch Defizite. Am zweiten Tag konnten wir aber dank unseres Motorentechnikers Thomas Schönholzer an Leistung zulegen.“ 

Markus Altenstrasser war auf dem zweiten, dem 2015er IVECO unterwegs. Der letztjährige Race-Truck zeigte sich bei dem Test konkurrenzfähig. Die Rundenzeiten waren nicht schlechter als die des neuen Trucks von Gerd Körber. Am Ende der beiden Tage zog Körber ein positives Fazit: „Der neue IVECO ist an beiden Tagen ohne technische Probleme gelaufen. Das zeigt, wir arbeiten in die richtige Richtung. Markus, im 2015er IVECO, konnte die Zeiten mitgehen. Das zeigt einmal mehr, was das Team in der Winterpause geleistet hat. Aus dem „alten“ IVECO haben die Mechaniker zum letzten Rennen in Le Mans nochmals eine Sekunde herausgeholt. Daher sollten wir mit beiden Trucks beim Auftaktrennen mitmischen können.“

Während die meisten Teams nochmals am 20./21.04. in Most testeten, blieb das Team Schwabentruck zu Hause. Teamchef Georg Glöckler hatte entschieden, die weiteren Motorentests auf der Teststrecke von IVECO in Ulm durchzuführen. 

Der Saisonauftakt findet am kommenden Wochenende (30.04.-01.05.2016) in Spielberg / Österreich statt. Für Markus Altenstrasser ist es sein Heim-Grand-Prix und Gerd Körber freut sich auf das team- interne Duell „alter“ gegen „neuer“ IVECO. 2015 erzielte Gerd Körber mit Platz 3 einen Podiumsplatz, und da möchte er mit dem neuen IVECO auch wieder hin. 

Daher wird man in dieser Saison statt fünf an sieben Rennen teilnehmen. Saisonstart ist am 29.04./ 01.05.2016 im österreichischen Spielberg. In der letzten Saison sprang auf dem Red Bull Ring ein dritter Platz heraus. Und Podiumsplätze stehen in diesem Jahr ganz oben auf der Agenda von Gerd Körber und dem Team Schwabentruck.

Für Fahrer und Team gibt es aber einen weiteren Grund zum Jubeln. Wer beide leidenschaftlich unter- stützt, aber keine Möglichkeit hat, den deutschen Grand Prix zu besuchen, kann die Rennen 2016 im Fernsehen verfolgen. Der Höhepunkt für Gerd Körber, das Team Schwabentruck und IVECO wird, wie all die Jahre zuvor, der Truck-Grand Prix auf dem Nürburgring sein. Dieser wird vom SWR live über- tragen. Selbstverständlich mit Mr. Truck-Race Gerd Körber. 

©Text: Michael Friedel, Meisenweg 10, 35745 Herborn 

Neuer Sponsor - Neue Motivation - Große Ziele

Seit 29 Jahren gehört Gerd Körber zum Truck-Race und ist damit der „Stubenälteste“. Aber von Rennmüdigkeit ist immer noch keine Spur. Dies gilt auch für das Team Schwabentruck. Der Winter- schlaf wurde bereits vor Wochen beendet, und man baute kräftig am 2016er IVECO. 

Am 06. + 07.04.2016 testet das Team im tschechischen Most ausgiebig. Gerd Körber ist schon voller Tatendrang: „Endlich geht es wieder los. Ich kann’s kaum abwarten endlich wieder hinter dem Lenkrad zu sitzen.“ Das Team hat für die beiden Testtage jede Menge Equipment dabei. „Wir werden den alten und den 2016er IVECO testen um zu sehen, welcher Truck der bessere ist. Im neuen IVECO kommt der Common Rail Motor zum Einsatz, der bereits erfolgreich bei der Rallye Dakar war.“ 

Neben dem neuen Truck gab es aber einen weiteren Grund zur Freude bei Gerd Körber. Der neue Sponsor febi bilstein ermöglicht ihm mindestens zwei weitere Jahre im Truck-Race an den Start zu gehen. „Ich bin unendlich glücklich, mit febi einen Sponsor mit der Leidenschaft zum Motorsport gefunden zu haben. Damit wird es mir möglich, zwei weitere Jahre zu fahren und mein 30jähriges Truck Race Dienstjubiläum 2017 zu erreichen.“ Die Ferdinand Bilstein GmbH & Co.KG wurde 1844 gegründet und gehört heute zu den führenden Automobilzulieferern. Febi liefert in 140 Länder und hat weltweit ca. 1.700 Mitarbeiter. Neben febi bilstein bleibt Gerd Körber auch sein langjähriger Wegbegleiter TÜV Rheinland für weitere zwei Jahre treu. 

Glücklich ist Gerd Körber über die gute und umfangreiche Unterstützung der IVECO. 

Schwabentruck und IVECO, das ist für Gerd Körber nicht nur ein Fahrereinsatz, für Mr. Truck Race ist das eine emotionale Angelegenheit, „das ist Truck Racing aus Begeisterung und mit Leidenschaft“ so Körber.

Daher wird man in dieser Saison statt fünf an sieben Rennen teilnehmen. Saisonstart ist am 29.04./01.05.2016 im österreichischen Spielberg. In der letzten Saison sprang auf dem Red Bull Ring ein dritter Platz heraus. Und Podiumsplätze stehen in diesem Jahr ganz oben auf der Agenda von Gerd Körber und dem Team Schwabentruck. 

Für Fahrer und Team gibt es aber einen weiteren Grund zum Jubeln. Wer beide leidenschaftlich unterstützt, aber keine Möglichkeit hat, den deutschen Grand Prix zu besuchen, kann die Rennen 2016 im Fernsehen verfolgen. Der Höhepunkt wird, wie all die Jahre zuvor, der Truck Grand Prix auf dem Nürburgring. Dieser wird vom SWR live übertragen. Selbstverständlich mit Mr. Truck Race Gerd Körber

Gerd Körber: Saisonziel EM-Platz 9 erreicht

Das Schwabentruck-Team schließt doch noch Frieden mit Le Mans

Bislang war der Höhepunkt beim Saisonfinale in Le Mans für das Schwabentruck-Team jeweils die After-Show Party der FIA. Den 11. Oktober 2015 wird sich Teamchef Georg „Schorsch“ Glöckler dick in seinem Kalender unterstreichen. Gab es bisher immer nur eine magere Punkteausbeute, platzte am Finalsonntag der dicke Knoten.

Samstag:

Im Zeittraining war man von Anfang an mit dabei und lag auf dem sechsten Platz. Ein Start in der Super Pole war so gut wie sicher. Daher entschied das Team in der Boxengasse abzuwarten und die Reifen zu schonen. Die Strategie ging kurz vor Schluss daneben. Mit der allerletzten Sekunde verdrängte Frankie Vojtisek Gerd Körber vom 10. Platz und schickte ihn damit aus der sicher geglaubten Super Pole. Gerd Körber war entsprechend angefressen. „Wir haben total hoch pokert. Wir hätten bei besser werdender Strecke nochmals rausfahren sollen. Das Schlimmste ist, dass wir wirklich den Race Truck soweit hatten, um locker unter die ersten Fünf zu fahren.“

Rennen 1: Von Platz 11 startend gab es die Parole „Volle Attacke“. Ellen Lohr, die den 9. EM-Platz noch innehatte, startete von Platz 9. Am Start konnte Körber schnell an Lohr vorbeiziehen. Im Verlauf des Rennens kam es zum Dreikampf zwischen Steffi Halm und Rene Reinert. Egal was Körber machte, er fand einfach keinen Weg an der schnellen Schwäbin vorbei. Am Ende blieb der bittere 9. Platz für Körber.

Halm hatte den 8. Platz, und damit die Pole-Position für Lauf 2, mit Zähnen und Klauen verteidigt. Im Ziel trennten beide 6/10 Sekunden. Gerd Körber sah es sportlich: „Ich konnte von Anfang an Druck auf Steffi machen, aber die blockte jeden Angriff. Sie hat den heiß begehrten 8. Platz mit Herz und Leben verteidigt. So startet sie von der Pole und ich von Platz 9. Hätte ich aber auch so gemacht. Wichtig ist es für uns, dass Ellen Lohr hinter uns war.“

In Rennen 2 klebte der weiß-orange IVECO das gesamte Rennen über an der Stoßstange von Antonio Albacete, der zuvor das Rennen gewonnen hatte. Wie bereits im vorherigen Rennen reichte es wieder bis zur Stoßstange des vor ihm fahrenden MAN, aber der letzte Kick zum Überholen fehlte. Selbst mehrere schnelle Runden reichten nicht, um am Spanier vorbeizukommen. Somit blieb am Ende wieder der 9. Platz. „Wenn wir so weitermachen, kommen wir an Ellie nicht vorbei. Noch hat sie zwei Punkte Vorsprung auf uns. Ich denke aber, dass wir über Nacht das Fahrwerksetting ändern müssen. Für uns scheint es in Le Mans einfach keine Punkteausbeute zu geben.“

Sonntag:

Nach dem Umbau über Nacht hatte man einen fast neu eingestellten IVECO am Start. Im Warm Up bei noch leicht feuchter Strecke fuhr man die drittschnellste Zeit. Nach dem verkorksten Zeittrai­ning tags zuvor blieb man auf der Strecke und konnte auf alle Attacken reagieren. Körber war wieder in der Super Pole und stellte den IVECO auf Startplatz 6. 

Rennen 1: Vom Start weg war Körber mit vorne dabei. David Vrsecky, Körber und Jochen Hahn duel­lierten sich über die gesamte Renndistanz. Mit dem 5. Platz hatte das gesamte Team erstmals ein zähl­bares Ergebnis und war entsprechend in Feierlaune. Körber war ebenfalls zufrieden: „Heute waren wir auf Augenhöhe mit dem noch amtierenden Vize-Europameister. Nach drei Runden hatte ich im Rück­spiegel gesehen, dass er mich nicht ernsthaft attackieren konnte. Für ihn ging es immerhin noch um den Vize-Titel.“

Rennen 2: Im abschließenden Finallauf lieferte Körber den großen Showdown in Le Mans. Auf die erste Kurve hielten Rene Reinert, Anthony Janiec und Gerd Körber nebeneinander zu. Körber nahm Gas weg, während Reinert und Janiec mit erheblichem Lackaustausch um die Kurve kamen, brachte sich aber in die Bredouille, als Jochen Hahn und Adam Lacko neben ihm auftauchten und ihn neben die Strecke drückten. Kurz darauf standen sich Hahn und Lacko gegenseitig im Weg und Körber bedankte sich, indem er den dritten Platz übernahm. Im Mittelfeld ging das große Verschrotten der Race Trucks los. Einige räumten sich gegenseitig von der Strecke. Körber spürte nach zwei Runden den Atem von David Vrsecky, machte aber seinerseits dem vor ihm fahrenden Franzosen Janiec das Leben zur Hölle. Es gab mehrfach Körp(b)erkontakt zu dem gelben MAN. Einer der Stupser reichte aus, um an Janiec vorbeizu­kommen. Körber konnte sich absetzen und machte Jagd auf den Führenden Reinert. Trotz der schnell­sten Rennrunde reichte es nicht mehr Reinert den zweiten Laufsieg streitig zu machen. 60.000 Zu­schauer und das gesamte Schwabentruck-Team waren aus dem Häuschen, wurde ihnen doch Truck-Race vom Feinsten aus dem Hause Körber geboten. Er hatte fast Schwierigkeiten zum Podium zu fin­den. 2007 sah man ihn zum letzten Mal auf dem legendären Podest.

Entsprechend gerührt war er nach der Siegerehrung. „Endlich, endlich bin ich hier wieder mal auf dem Podest. Wenn mir heute Morgen jemand gesagt hätte, dass ich auf das Podium komme, den hätte ich für bekloppt gehalten. Das ist hier der totale Wahnsinn.“ Die beiden Sonntagsresultate ließen das Schwabentruck-Team das Saisonziel erreichen. Mit insgesamt 27 Punkten kam man auf ein Endergeb­nis von 124 Punkten. Ellen Lohr kam auf insgesamt 8 Punkte und verlor den 9. Platz. Auf Platz 8 mit Steffi Halm fehlten am Ende nur 15 Punkte. Im Gegensatz zu Gerd Körber nahm sie an 9 von 10 Rennen teil. 

Für Gerd Körber geht es in der Winterpause nun darum, Sponsoren für die Saison 2016 zu bekommen. Er möchte auf jeden Fall bis 2017 weitermachen. Das wäre dann das 30igste Truck-Race-Jubiläum. Die Fans stehen ungebrochen zu Gerd Körber und auch die Truck-Race-Szene braucht diesen Typ von Racer. Das Schwabentruck-Team kann sich eine Saison ohne Gerd Körber gar nicht vorstellen.

Da kann das Ziel nur heißen:  WEITERMACHEN GERD.