Presse Vorbericht zum Nürburgring 2015

Gerd Körber feiert 28. jähriges Nürburgring-Jubiläum

Am Wochenende findet der 30. Truck-Grand-Prix statt.

Damals war’s; vom 18.07. – 20.07.1985 fand ein großes Spektakel auf dem Nürburgring statt. Zum ersten Mal gab es LKW-Rennen offiziell in Deutschland. Nicht auf der Autobahn, sondern auf dem legendären Ring in der Eifel. Seinerzeit wurde in drei Klassen gefahren; bis 300 PS (22 Starter), bis 360 PS (16 Starter) und bis 450 PS (13 Starter). Knapp 50 % aller Fahrer kamen aus England. Von den vier Fahrern ist heute noch Lutz Bernau mit dabei. 1985 als Fahrer auf MAN blieb er der Marke treu und ist heute Teamchef seines erfolgreichen Truck Sport Bernau Teams. Aber noch ein „Altgedienter“ war beim ersten Truck-Rennen dabei: Gerd Körber, damals im Stop & Go Rennen dabei, nahm zusammen mit Vater Adolf Kontakt zur Szene auf. Nach dem Wochenende hatte die Familie Feuer gefangen. Anfangs war man auf einem gekauften Truck mit mäßigem Erfolg unterwegs. 1987 entschied die Familie „entweder wir machen Truck-Rennen richtig oder gar nicht.“ Familienoberhaupt Adolf Körber beschloss „wir bauen im eigenen Team einen eigenen Truck.“ Der Phoenix-MAN stieg aus der Asche. Anfangs belächelt, gehörte der Truck des kleinsten LKW-Herstellers bald zur europäischen Spitze. Der erste EM-Titel folgte 1991 durch Gerd Körber, Vize-Meister wurde Teamkollege Curt Göransson.

Von da ab bis heute gehört Gerd Körber zum lebenden Inventar im Truck-Race Sport und ist unter den Fahrern der „Stubenälteste“. Er ist zwar nicht der älteste Fahrer, aber als Fahrer am längsten in der Truck EM. Allerdings nicht permanent. 2008 und 2009 gab es zwei Saisons ohne Mr. Race-Truck, wie ihn seine Fans nennen. Einmal hatte er 2008 keinen adäquaten Renn-Truck mehr bekommen, ein andermal hatte er seinen Rücktritt vom aktiven Sport angekündigt. 2010 rief ihn Georg Glöckler an und überzeugte den „Truck-Race Rentner“ zum Rücktritt vom Rücktritt. Anfangs im Mittelrhein-Cup unterwegs wechselte man wieder in die Europameisterschaft. Als reines Amateur-Team konnte man immer wieder die großen Werk­teams ärgern. 2015 sind Gerd Körber und das Schwaben-Truck-Team auf Augenhöhe mit den Konkurrenten.

Was bleibt nach 25 Jahren Truck-Race, davon 24 auf dem Nürburgring und ein Rennen auf dem Sachsenring? Ein immer noch hochmotivierter Gerd Körber, der mit seinem Engagement und seinem Siegeswillen auch heute noch ein komplettes Team mitreißen kann. Bei seinem Heim-Grand-Prix will er seinen Fans wieder Renn-Action bieten. Die Fans lieben es, wenn Körbers Truck mit unzähligen Kampfspuren über die Ziellinie fährt und er sich danach mit Donuts und Reifengeruch vor der Zuschauertribüne feiern lässt. Gerd Körber dazu: „Es macht riesigen Spaß auf dem Nürburgring. Auch wenn es manchmal nervig ist, weil jeder mir die Hand schütteln will oder ein Autogramm haben möchte, obwohl wir einen enggesteckten Terminplan haben. Aber ich genieße das Bad in der Menge und versuche immer, jedem Fan seinen Wunsch zu erfüllen.“

In diesem Jahr ist er mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf dem Nürburgring. Das Lachende, „weil ich wieder bei meinen Fans sein kann und ich ihnen tolle Rennen zeigen möchte“ und das Weinende, „weil wir dieses Jahr ohne einen guten Freund am Ring sind. Ich war geschockt, als ich vom Tod von Klaus-Peter Kessler gehört habe. Er war ein guter Journa­list und ein ganz lieber Mensch. Er hatte ein grenzenloses Fachwissen und einen trockenen Humor und er war ein Journalist, der nie nervte und für den man sich immer Zeit nahm. Ich werde ihn sehr vermissen, und ich hoffe, dass er uns am Wochenende von oben zuschaut.“

Für Gerd Körber und das Schwaben-Truck-Team beginnt der Truck-Grand-Prix bereits am Donnerstag mit den Pressefahrten. Der Freitag ist geprägt von den freien Trainings zu den Rennen am Wochenende. Und am Sonntagabend darf es dann gerne Sekt statt Selters sein.

Nürburgring 2014

 Nürburgring 1990

Nürburgring 1990

                   

© Michael Friedel, Meisenweg 10, 35745 Herborn

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